„Gespräch“ am Parkplatz

Heute Morgen ging ich zu meinem Auto, weil ich zu einem geschäftlichen Termin musste. Da es den ganzen gestrigen Tag sowie in der Nacht geschneit hatte, war es komplett zu gefroren und mit Schnee bedeckt.

Ich hatte gerade erst aufgesperrt, noch nicht einmal eine Türe geöffnet, da hört ich es schon rufen: „Fahren Sie weg?“

Natürlich war meinte Antwort ein Ja, wie dumm von mir, aber immerhin wollte ich selber so schnell wie möglich weg zu meinem Termin. Ich schob den Schnee ab und kratzte das Eis von den Schreiben, auf welchen die Scheibenwischer durch das Eis wie angeklebt sich nur schwer von diesen trennen ließen. Da schrie mich die Frau aus dem anderen Auto an: „Fahren Sie jetzt endlich mal weg? Heute noch?!“ Als wäre es nicht selbstverständlich, dass man die Scheiben vom Eis befreien müsste bevor man losfährt. Ihr unfreundlicher Ton sowie die Lautstärke verärgerte mich sehr, vor allem da ich ohne Frühstück leicht reizbar bin. Ich gab ihr dennoch recht höflich die Antwort, dass wenn sie diesen Parkplatz haben möchte, dass sie dann wohl darauf warten müsse bis ich das Eis von den Scheibenwischern und den Scheiben entfernt habe.

Darauf folgten ihrerseits sehr unhöfliche Worte, danach die Bemerkung, dass ich ihr im Weg sei und das Kommentar, dass sie einen „Arzttermin“ habe und sie es deshalb eilig habe.

Das ich im Weg gewesen sein soll, finde ich im Nachhinein schon sehr amüsant, denn lustiger Weise stand sie mit Ihrem Wagen genau so hinter meinem, dass ich nicht einmal losfahren hätte können.

Ihre Wortwahl brachte mich dazu dann ebenfalls meine Stimme zu erheben und so sagte ich ihr: „Dann machen Sie es doch besser. Wenn ich nicht raus (durch die Scheiben hindurch) sehen kann, kann ich auch nicht losfahren.“ Darauf hin schrie Sie mir nochmals unhöfliche Wörter entgegen, während ich die Scheibenwischer wieder niederklappte, und fuhr dann weg um sich einen anderen Parkplatz zu suchen obwohl ich gerade in den Wagen einstieg um loszufahren.

Moral von der Geschichte: Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte. So war es auch hier, denn schon stand ein anderer Wagen da und freute sich über den freien Parkplatz.

Nun frage ich mich, ist es der Dame wirklich so unverständlich gewesen, dass auch wenn ich Ja sage, ich nicht sofort einsteige und mit einem Auto, welches noch komplett mit Schnee bedeckt ist, wegfahre? Versteht Sie nicht, dass ich mit den zugefrorenen und mit Schnee zu gedeckten Scheiben nicht rückwärts ausparken hätte können? Ist ihr wirklich nicht klar gewesen, dass ich ohne Sicht ihr oder anderen ansonsten reinfahren hätte können? Oder war es ihr einfach egal, da sie es ja eilig hatte?

Ich weiß für viele Menschen ist es unangenehm bei Schnee zu fahren, und Stress macht einen auch ungeduldiger, aber ist es zu viel verlangt dennoch etwas mitzudenken?

Ihr hätte von Anfang an klar sein müssen, dass sie etwas warten wird müssen um diesen Parkplatz zu bekommen, wenn das Auto vom Schnee noch bedeckt ist.

Gehirn einschalten; bevor ich frage, ob die Person wegfährt, überlege ich doch ob ich genug Zeit habe um darauf zu warten, dass die Person losfahren kann oder ob ich mir gleich einen anderen Parkplatz suchen möchte. Oder etwa nicht?

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